Pressemitteilung
TeleTrusT-Herausforderungskatalog zum "Europäischen Tag des sicheren Internets"
Der IT-Sicherheitsverband TeleTrusT Deutschland e.V. veröffentlicht anlässlich des "Europäischen Tags des sicheren Internets" einen Herausforderungskatalog für mehr IT-Sicherheit und Vertrauen in der vernetzten Informations- und Wissensgesellschaft. Der Katalog basiert auf einem aktuellen Situationsbericht von Prof. Norbert Pohlmann, TeleTrusT-Vorstandsvorsitzender und Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit, und listet fünf zentrale Forderungen auf, die sich an IT-Wirtschaft, Politik und auch Nutzer richten.
Die wesentlichen Inhalte sind:
Das Vertrauen in neue Technologien und Akteure muss aufgebaut und gestärkt werden.
Die Angriffsflächen der IT werden durch komplexere Software und kompliziertere Zusammenhänge zwischen Protokollen, Diensten und Infrastrukturen größer und vielfältiger. Angriffe werden immer verteilter, raffinierter und professioneller ausgeführt. IT-Kriminalität erfährt eine zunehmende Industrialisierung. Die schnellen Veränderungen im Internet und bei den IT-Endgeräten haben viele Vorteile, erzeugen aber auch neue Herausforderungen im Bereich der IT-Sicherheit und der Vertrauenswürdigkeit. Klar ist: weniger Vertrauen in neue Technologien bedeutet auch geringere Nutzung der neuen Möglichkeiten und Potentiale. Vertrauen ist die Basis für Erfolg.
Die Softwarequalität ist entscheidend für Risikovermeidung.
Software stellt einen immer größeren Wertschöpfungsanteil dar. Gute Software erreicht ein hohes Maß an Qualität, wenn sie eine hohe Funktionalität bietet, alle Funktionen korrekt und zuverlässig arbeiten, eine einfache und verständliche Benutzerschnittstelle zur Verfügung steht und die Software kaum Schwachstellen aufweist. Schlechte Software hingegen hat viele Schwachstellen, ist damit einfach anzugreifen und birgt Risiken. Im Bereich der Software benötigen wir innovative Ideen, wie diese Angriffsflächen insgesamt effektiv und nachhaltig geschützt werden können.
Die asymmetrische Bedrohungslage bei Malware muss aufgelöst werden.
Die Erkennungsrate von Anti-Malware-Produkten liegt bei nur 75 bis 90 Prozent. Die meisten Angriffe mit Hilfe von Malware erfolgen global und ortsungebunden. Die Schutzmechanismen und die Reaktion auf einen erfolgreichen Angriff sind lokal, d. h. der Aufwand des Schutzes multipliziert sich mit der Anzahl der Opfer. Industrieanlagen und kritische Infrastruktursysteme sind so robust zu entwickeln, dass sie widerstandsfähig gegen intelligente Malware sind und Angriffe gegen den Staat und unsere Wirtschaft verhindern.
Das Internet muss robust und verlässlich verfügbar sein, die Internetkompetenz der Nutzer muss verbessert werden.
Die konsequente Umsetzung von DNSSEC, Secure BGP und IPv6 ist notwendig. Außerdem braucht es geeignete Sicherheitsmechanismen gegen DDoS-Angriffe. Nutzer müssen für einen richtigen, bewussten Umgang mit IT-Endgeräten und dem Internet geschult werden, damit sie die Regeln und richtigen Verhaltensweisen verinnerlichen, um die Risiken und Gefahren zu erkennen und abzuschätzen.
Die Herausforderung bei Mobile Internet, Cloud Computing, Sozialen Netzwerken und dem Internet der Dinge besteht darin, Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit seitens der Anbieter zu schaffen und dabei unterschiedliche Werte und Vorstellungen verschiedener Nutzer länderübergreifend zu beachten.
Das vollständige Dokument ist über TeleTrusT verfügbar (www.teletrust.de).
"Vertrauen 2.0", Was braucht die Informations- und Wissensgesellschaft?
Situationsbericht, Prof. Dr. (TU NN) Norbert Pohlmann, TeleTrusT-Vorstandsvorsitzender. Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit – if(is):